Punktesysteme in Social Networks
28. April 2009
Wie einige von euch wissen bin ich sowohl in der Welt der Spiele, wie auch in der Welt des Community Management zu Hause. Manchmal gibt es diese merkwürdigen Momente, wo sich beide Welten überlappen und fast nahtlos übereinander legen. Aktueller Anlass war ein Chat mit PaulinePauline aka Silke Berz per Twitter:
PaulinePauline: gibts eigentlich noch sinnvolle belohnungs- / motivationssysteme in form von punkten, die nutzer für aktivitäten sammeln? oder sind die tot?
Dirk: In so ziemlich jedem Spiel? #punktesysteme #levels #motivation
PaulinePauline: nee, ich meine websites
#punktesysteme
Dirk: Punktesysteme funktionieren in Spielen, im RL und auch im Web weiterhin so wie immer: dank unseres Sammeltriebs bestens
PaulinePauline: ja, ich kenns halt aus foren, wo sie endlose smilie-postings verursachen, oder die leute zum wild rumklicken animieren …
Dirk: Aktueller Case, den du auch kennst: Poken. IMHO reichen so PS von “Dein Profil ist 80% komplett” bis zu “50 Auktionen, yay!”
PaulinePauline: ich suche mehr nach qualitativen systemen als nach quantitativen. poken ist in meinen augen kein gutes beispiel denn da pokt man ständig nur die leute, die man eh nur kennt, um punkte zu sammeln.
Ok, Einspruch. Zunächst mal finde ich, dass Poken ein gutes Beispiel ist. Darüber hinaus behaupte ich, dass es für die Benutzer keinen Unterschied zwischen “quantitativ” und “qualitativ” gibt. Hier argumentiere ich auf der Grundlage von Spielen, wo eigentlich andauernd mit fortschrittsbasierten Motivationssystemen gearbeitet wird. Qualitative Ziele des Betreibers hingegen lassen sich durch das eigentliche Design der Motivationssysteme steuern.
Tagcrumbs
23. April 2009
Vor knapp 3 Jahren hatte ich eine Idee: Eine Webseite, auf der man schnell und einfach Orte eintragen und somit „bookmarken“ kann. Andere können diese Orte bewerten, kommentieren und sich eigene Sammlungen von Orten erstellen können. Wer jetzt an Qype denkt, der greift zu hoch. Weniger Verzeichnis, weniger Komplexität, eher ein Delicious für Orte. Es sollte eine Art Bookmark von einem physikalischen Ort erstellt und dieser beschrieben werden, so dass man selbst und andere ihn wiederfinden und vorab einen Eindruck von ihm bekommen können.
Um so schöner, dass anscheinend endlich jemand tatsächlich eine solche Plattform gebaut hat: Tagcrumbs.
Von der Webseite:
- Tagcrumbs ist ein Notizbuch für Plätze. Markiere einen Platz auf der Karte, gebe ihm einen Namen und füge Tags hinzu.
- Die Liste Deiner Tagcrumbs gibt dir alle Informationen auf einen Blick.
- Organisiere deine Tagcrumbs nach Land, Stadt und Stichwörtern. Finde Plätze leicht wieder.
- Du hast einen tollen Platz gefunden? Tagge ihn um dir die Position zu merken, füge Informationen hinzu oder schreibe eine Geschichte über das was dort passiert ist.
- Du planst eine Reise? Füge alle Plätze deiner Reise bei Tagcrumbs hinzu und visualisiere deine Reiseroute.
- Entdecke Plätze, die deine Freunde entdecken. Und deine Freunde sehen deine Plätze. Entdecke die Welt Durch die Augen deiner Freunde.
- Entdecke Plätze und Geschichten in fremden Ländern und Städten. Plane eine Reise. Entdecke die Welt. Finde heraus wo Leute waren, was sie getan haben und was sie denken.
Das klingt alles richtig gut.
Ebenfalls gut: es gibt eine Tagcrumbs API. Will sagen: da stört es mich weniger, dass es keine Umsetzungen für S60 und Co gibt – wenn es mich mal wirklich stören sollte, kann ich sie mir selbst bauen. Auch Mashups wären, zumindest potentiell, möglich. Da fallen mir spontan einige Dinge zu Brightkite + Tagcrumbs ein.
Schade nur, dass ich die Macher nicht auf der Lift getroffen habe bzw. erst hinterher von dessen Existenz erfahren habe. Egal, Daumen hoch, dass es nun so einen Dienst gibt.
Wenn Mitglieder der Community sterben
7. April 2009
Der Post wäre fast bei mir in den Entwürfen versackt. Man könnte sagen eine Entwurfsleicht. Was uns zum Thema bringt:
“Was passiert, wenn Mitglieder einer Community sterben?” Und diese Frage ist weniger morbid, als vielmehr menschlich. Ende Februar sprang der Artikel: “RIP 2.0: Facebook profiles as memorials” von Bonnie Ruberg aus meinem Feedreader. Ein interessanter Artikel, über Profile auf Facebook, die als Orte der Trauer und des Zusammenkommens genutzt werden.
Ibrahim Evsan schrieb einige Tage darauf einen Artikel über ein ähnliches Thema und stellte darin den Dienst eMORIAL vor – ein Erinnerungsportal, das den eingetragenen Menschen gedenkt. Eine Art flackernde Kerze im Netz.
Ein eher praktischer Dienst wurde kurz darauf in einem Artikel auf msnbc vorgestellt: Deathswitch, der Emails versendet, wenn man sich nicht in bestimmten Abständen auf der Seite meldet.
Aber mal aus einer Communitysicht: was ist, wenn Mitglieder der Community sterben? Was ist, wenn Leute plötzlich verschwinden, mit denen man unter Umständen jahrelang geredet oder gespielt hat, mit denen man seinem Hobby nachgehen oder sich mit ihnen austauschen konnte? Hierzu ein Artikel auf WoWInsider.
Und natürlich eine Frage, die sich auch Community Manager stellen sollten, ob so ein Fall nicht alltäglicher ist, als man denkt. Sollten wir so etwas einplanen? Könnten wir Policies dazu haben? Tamis Gedanken und Fragen, die sie stellt sind gar nicht so verkehrt.
Interessantes Thema, mit dem wir umgehen lernen müssen. Wahrscheinlich eher früher, als später.
