Neuer Begleiter: MSI X340
6. Juni 2009
Mein bisheriger Begleiter, ein Asus eeePC 900, in allen Ehren. Er hat mich durch dick und durch dünn begleitet und dabei fast immer funktioniert. Nur selten ging ihm der Akku aus. Öfters jedoch die Puste. Und dann war da noch das Display: 9″ mit 1024×600. Schön und gut, aber mal ehrlich haben wir nicht alle diese Netbook-Auflösung nach 2 Wochen satt? Ich schon. Und dann kam der Moment, als mein großer Laptop (ordentlich Leistung, aber zu schwer um ihn täglich mitzunehmen) auf unbestimmte Zeit in Reparatur musste und ich alleine mit dem Asus da stand.
Innerhalb kurzer stellte ich fest dass mein treuer Begleiter mit meiner tagtäglichen Arbeit nicht mithalten konnte. Entwicklungsumgebung, Dev-Server, Browser, Mail-Client und Musik spielen? Puh. Also stellte sich die Frage: was nun? Einen neuen kleinen mit mehr Leistung oder doch den großen abschreiben und durch ein neues Modell ersetzen? Letztere Option machte mich nicht gerade an. Ordentliche Laptops bewegen sich im Bereich von 1.500€ (zumindest diejenigen, die ich im Auge hatte) und mein aktueller zählt noch lange nicht zum alten Eisen. Aber einen neuen Kleinen? Naja, aber wenn dann bitte ein ordentliches Upgrade, damit es sich auch lohnt. Und als ich so in den Laden meines Vertrauens spazierte (der sich wirklich bei mir die Straße runter befindet), entdeckte ich das Beste aus zwei Welten: das MSI X340.
Es sieht aus wie ein billiger MacBook Air Clone und fühlt sich teilweise auch so an. Aber hey – erstens ist es nunmal wirklich wesentlich billiger und zweitens muss es sich leistungsmäßig auch nicht wirklich verstecken. In Sachen Schnittstellen schon mal gar nicht.

Ich habe das X340 jetzt seit knapp 6 Wochen und bin einigermaßen begeistert. Es ist ein ganz anderes Arbeiten, als mit dem eeePC. Vorher habe ich bestenfalls die Unit Tests für die entwickelten bzw. zu entwickelten Funktionalitäten geschrieben, weil realistisches Entwickeln + Testen im Browser nicht möglich war. Mit dem größeren Display und der Leistung ist das kein Problem. Mein neustes Sideproject entstand beispielsweise fast ausschließlich auf dem X340 im Zug zwischen Darmstadt und Frankfurt.
Trotzdem ist nicht alles eitel Sonnenschein. Hier ein paar Details:
The Good
- Als 13″ Formfaktor mit voller Tastatur und einer Auflösung von 1366×768 ist der X340 angenehm groß (ohne zu groß zu sein)
- Mit knapp über 1 kg ist er leicht genug, um mich täglich zu begleiten
- Dank Intel Core 2 Solo SU3500 1.4 GHz und 2GB RAM hat es gleichzeitig genug Leistung, um vollwertig damit arbeiten zu könen
- Der Akku hält 3 Stunden Dauerbetrieb unter realen Bedingungen. Zugegeben im Eco Mode “Office”, aber wen kümmerts – der reicht für Webentwicklung
- Der SD-Card Slot ist SDHC-fähig und einigermaßen fix
- Der Akku lädt extrem schnell
- Die Unterseite des X340 wird nicht mehr als handwarm. Das gilt auch für die Tastatur. Der Prozessor kommt im normalen Betrieb nicht über 40°C.
The Bad
- Es wird auch immer gerne behauptet, das X320/340 habe 3 USB Steckplätze – es sind nur 2. Der Anschluss auf der linken Seite ist HDMI. Macht aber nichts, mehr als zweimal USB brauche ich so wie so nicht unterwegs (und wenn doch helfen kleine USB Hubs).
- Glare-Display. Ja, es spiegelt ordentlich, aber der Kleine kann dank LED Display auch ordentlich hell machen, so dass es in den meisten Fällen kein wirkliches Problem ist.
- Die Tastatur schwimmt. Keine Ahnung, wie ich das besser beschreiben soll, sie biegt sich einfach leicht durch und man hat das Gefühl, dass sie schwimmt. Aber der Druckpunkt ist immerhin ordentlich.
The Ugly
- Es gibt keinen Steckplatz für SIM-Karten, auch wenn das gerne anders behauptet wird. Unter dem Akku ist das Zeichen für eine SIM-Karte und ein solcher Steckplatz wird auch in der Anleitung erwähnt, aber weder der X30 noch der X340 haben einen! Das Modul ist wohl für den (bald folgenden) X360 geplant oder was auch immer. Also doch wieder den UMTS Stick mitschleifen, schade.
- Der Lüfter ist laut. Und ich meine laut. Mein Acer TM8204 unter Volllast hört sich ähnlich an. Das liegt erstens daran, dass MSI einen nicht geregelten Kühler verbaut hat (ja, er dreht wirklich die ganze Zeit!). Und zweitens an der Größe des Kühlers selbst: kleiner Kühler + hohe Umdrehung = Surren Deluxe. Siehe Video:
Also, ich bin meinen UMTS Stick leider nicht losgeworden und ich sollte mich mit dem Netbook nicht in einer Bibliothek sehen lassen. Abgesehen davon bin ich happy mit dem X340 – wirkliches und vor allem bequemes Arbeiten on the go – ohne Abstriche. Um so erfreulicher, dass mein “Großer” dann doch schon nach einer Woche fertig war. Und der eeePC? Der hat ein neues zu Hause in der Tasche meiner Freundin bekommen.
Ende gut, alles gut.

10. Juni 2009 um 13:42
Und bist du mit dem Netbook noch zufrieden ? Lohnt sich die Anschaffung oder dann doch lieber Acer, Asus oder Samsung ? Eventuell hast du ja ne Empfehlung für Leute wie mich die sich noch so nen Teil zulegen wollen ?!
grüße!
15. Juni 2009 um 20:26
Mit dem MSI bin ich definitiv zufrieden. Eine pauschale Empfehlung ist jedoch schwierig.
Zufrieden war ich mit dem eeePC auch. Er war leicht, dennoch stabil und lief anstandslos. Er war allerdings nur beschränkt auf Office, Mail und ein bisschen surfen. Das Hauptproblem dabei war in meinen Augen eben die Bildschirmauflösung.
Der X340 bringt die Bildschirmauflösung mit, dazu noch mehr Leistung in jeder Hinsicht. Ist jedoch knapp doppelt so teuer. Je nach dem was du willst und dir der Bildschirm wert ist kann ich beide empfehlen: den eeePC als “klein und kompakt”, den X340 als “leicht aber groß”.