Ich will mich auf keiner neuen Plattform mehr anmelden. Google, Facebook, Twitter, Xing, Amazon, Flickr (Yahoo), Last.fm, Tumblr, Posterous, Delicious, Slideshare, Goodreads, MSN, Skype und so weiter – Es reicht langsam. Wenn ich also eine neue Community sehe, achte ich zunächst auf 2 Icons: Facebook Connect und / oder OpenID. Nichts davon vorhanden? Die Community ist gerade für mich gestorben. Oh, sicher, ich werde sie mir aus beruflichem Interesse mit einer Wegwerf-Adresse anschauen, aber bleiben werde ich nicht.

Es ist ja leider nicht nur eine weitere Kombination aus Name / Email und Passwort, sondern auf jeder neuen Plattform darf ich erneut mein Netzwerk zusammensuchen, motivieren, finden und angeben. Meine Passwörter auf allen Plattformen zu ändern kostet mich inzwischen knapp 3 Stunden. Und nein, ich vertraue keinen Aggregator-Diensten, die meine Passwörter für mich verwalten.

Inzwischen sind die großen Plattformen auch so einfach zu implementieren, dass dies aus technischer Sicht auch für Hobby-Projekte keine Hürde mehr darstellt. Die APIs sind etabliert und es gibt sowohl für OpenID wie auch Facebook Connect unzählige Beispiele in den unterschiedlichsten Technologien, wie man diese auf seiner eigenen Plattform integriert. Bestehende Login-Mechanismen umbiegen kostet sogar noch weniger Zeit.

Jeder der heutzutage eine Community neu starten will sollte sich also die Frage stellen: “Benötige ich eine Community-Plattform oder reicht eine Community?“. Will sagen: “Rechtfertigt die Plattform wirklich, dass Benutzer neue Profile anlegen müssen?“.

Pro Tipp: keep it simple.

Bookmark and Share

7 Kommentare zu “Wozu noch eigene Community-Plattformen?”

  1. Daniel sagt:

    Volle Zustimmung! Rein von der technischen Seite entwachsen Facebook Connect oder OpenID langsam den Kinderschuhen. Wirklich angekommen in der Praxis ist das Konzept aber leider noch nicht, daher auch noch nicht bei Otto-Normal-Nutzer. Aber um dieses Henne und Ei-Problem zu lösen, sind jetzt die Community-Betreiber gefragt, bestehende und vor allem neue Plattform entsprechend auszustatten! Um so leichter wird es den Nutzern fallen, auch mal wieder neue Angebote zu testen…

  2. Stefan Beck sagt:

    Ja Dirk,

    ich finde Du hast recht. Allerdings würd ich mich über ein paar gute Links zu Anleitungen zu Facebook Connect freuen. (Bitte keine Videos!)

    Ich glaub, dass ich beileibe kein Hobby Projekt betreibe, aber ich fand es bislang alles andere als trivial FB Connect zu implementieren.

    Zu Deinem Tip Keep it simple. Das erfordert grade auf Seite des Anbieters die allergrösste Anstrengung.

    Grüsse
    Stefan

  3. Dirk sagt:

    Hi Stefan, ich habe im Artikel einige Informationen zu FB Conect verlinkt. Grundsätzlich ist deren Entwickler-Wiki eine gute (wenn auch unübersichtliche) Hilfe.

    Lass uns am Dienstag mal etwas ausführlicher über FB reden, was genau du mit Connect vor hast.

  4. Wozu noch eigene Community?… | Community Management Blog sagt:

    [...] Blog-Post: “Wozu noch eigene Community-Plattformen?” – http://dirk.songuer.de/2009/08/05/wozu-noch-eigene-community-plattformen/ Social [...]

  5. Daniel sagt:

    @Dirk / Stefan: Klingt gut. Wollen wir das als Headliner-Thema für den kommenden Communitystammtisch nehmen? Michael Faber hat leider abgesagt…

  6. Der AUX-Eingang » Archiv » Vortrag: Wozu noch eigene Community-Plattformen? sagt:

    [...] meinem vorlauten Blog-Post fragte mich Daniel, ob ich nicht Lust hätte das Thema in den Communitystammtisch zu tragen. Also [...]

  7. Der AUX-Eingang » Archiv » Community Management 2010 sagt:

    [...] sind 2010 nur noch begrenzt sinnvoll. Es gibt eine maximale Anzahl von Plattformen, die eine Person bereit ist zu nutzen. Darüber hinaus ist es teuer und inzwischen einfach ein unnötiges Risiko. Wenn man nicht gerade [...]

Kommentar schreiben