Nach meinem vorlauten Blog-Post fragte mich Daniel, ob ich nicht Lust hätte das Thema in den Communitystammtisch zu tragen. Also habe ich kurzerhand zwar keine Präsentation, aber eine kleine Diskussionsgrundlage zusammengestellt:

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Der Vortrag wurde auf dem Communitystammtisch in Frankfurt vor 2 Wochen vorgestellt. Da der Stammtisch diesmal im Maincafé am Mainufer stattfand passte die improvisierte Form auch prima zum Rahmen. Abgesehen davon, dass für mehr diesmal so wie so keine Zeit war.

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Das Problem, um das es geht ist das Selbe, wie in dem Blog-Post: Nehmen wir als Beispiel einmal einen Nutzer, der schon bei den üblichen Plattformen angemeldet ist. Dieser soll sich bei der neu aufsteigenden Plattform XY anmelden.

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Zunächst einmal muss er – wieder einmal – eine neue Nutzername / Passwort-Kombination erstellen und sich merken.

Zu seinem Profil gehört natürlich auch eine Email, die er im Falle einer neuen Plattform einer unbekannten Partei überlässt. Entweder er legt sich für die Plattform eine neue an (soll es geben) oder er nimmt eine Bestehende (kommt wohl öfters vor).

Und schließlich muss er seine Kontakte erneut zusammen zu suchen oder zu motivieren ebenfalls an der Plattform teilzunehmen.

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Aber auch der Betreiber macht es sich schwer. Dadurch dass er eine eigene Plattform hat, muss er sich gegen die Konkurrenz durchsetzen und seine eigene Plattform bekannt machen.

Er muss sich darüber hinaus selbst um die Sicherheit seiner Plattform kümmern – einerseits um die technische Sicherheit, aber auch um die rechtliche Sicherheit von personenbezogenen Daten und Inhalten.

Und sich technisch, rechtlich und marketingtechnisch im Netz durchzusetzen kostet heutzutage einiges an Geld.

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Die Alternative: Die Community XY nutzt eine Drittplattform zur Authentifizierung. In diesem Fall wäre das Facebook Connect.

XY kann mit den Mitteln entwickelt werden, die Facebook bereits anbietet: Gruppen, Fan-Pages etc. In diesem Fall übernimmt Facebook das Hosting und der Betreiber von XY die Gestaltung, Ansprache, Community Management und Kommunikation. Falls nötig kann aber auch eine eigene Facebook-Anwendung entweder innerhalb von Facebook oder komplett losgelöst davon entwickelt werden.  Diese ist dann unabhängig von Funktionalitätsbeschränkungen – der Betreiber von XY kann entwickeln, was er will. Er muss zwar selbst das Hosting übernehmen, die Authentifizierung ist jedoch Sache von Facebook.

Das bedeutet weniger Zugangshürden für die Mitglieder von Facebook, weniger Probleme mit Sicherheit, einen Vertrauensgewinn der Plattform gegenüber und dazu: kostengünstigere Entwicklung.

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Natürlich war Facebook nur ein Beispiel. OpenID als Authentifizierungsdienst eignet sich ebenso. Da inzwischen Google, Yahoo, MSN und dergleichen OpenID Server anbieten, hat wahrscheinlich ein Großteil der Internetnutzer eine OpenID – auch wenn sie nichts davon wissen. Dies bezieht sich jedoch nur auf die Möglichkeit sich bei einem Dienst anzumelden, nicht auf etwaige Verbindungen mit anderen Benutzern.

OpenSocial von Google schließt die Lücke und bietet Zugriff auf soziale Verbindungen und Interaktion.

Schließlich wäre da noch OAuth, das sich um Autorisierung kümmert, wie und was verschiedene Plattformen untereinander kommunizieren.

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Diskussionspunkt in der anschließenden Runde waren hauptsächlich Brand Communities. Ich denke es gibt inzwischen genug Beispiele von Marken, die sich erfolgreich in bestehende Community-Plattformen integrieren, ohne ihre Identität zu verlieren. Entgegen den offensichtlichen Gründen, wieso man teilnehmen sollte, steht hauptsächlich die Angst seine Marke nicht mehr unter Kontrolle zu haben. Natürlich muss eine Marke wissen was sie tut, wenn Sie sich in soziale Netzwerke begibt. Marken müssen sich daran gewöhnen nicht mehr nur nur senden, sondern Dialoge zu führen. Aber meine Güte, das ist doch kein Weltuntergang. Und auch dafür gibt es Spezialisten.

Den Vorteil von Schnittstellen zu sozialen Netzwerken haben auch bereits bestehende Community-Plattformen erkannt. SFGate und die Huffington Post haben sich demletzt geöffnet und jetzt positiv geäußert. Nicht nur im Bereich von Nachrichten ist es sinnvoll möglichst viele Leute zu erreichen – eigentlich will das jede Marke. Auch “ins Gespräch kommen” will jede Marke. Das Potential dazu bieten soziale Netzwerke. Und noch einmal: das hat nichts mit Markenverlust zu tun, sondern bedeutet nur, dass man seine Marke direkter ins Gespräch integriert bzw. näher an seiner Zielgruppe positioniert.

Neue Herausforderung? Na klar. Aber auf lange Sicht lohnt sich das.

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3 Kommentare zu “Vortrag: Wozu noch eigene Community-Plattformen?”

  1. Andreas sagt:

    Das “Problem” verfolge ich schon lange und setze mich eben solange mit OpenID auseinander. Anfangs war die Begeisterung groß, endlich eine Lösung für das beschriebene Problem gefunden zu haben. Mittlerweile hat sich das aber doch mehr als gelegt… Leider kann man sich die Seiten, die solche IDs auch akzeptieren immer noch an einer Hand abzählen und solange keiner der Größeren Anbietern den “ersten Schritt” macht, wird sich daran vermutlich auch wenig ändern.
    Es bleibt abzuwarten ob Websites angesichts (eventuell) stagnierender Registrierungen vielleicht doch auf das Modell zurückgreifen.

  2. Dirk sagt:

    Das Problem an OpenID ist: es löst nur ein Teilproblem. Auch wenn ich mich direkt mit meiner Yahoo/MSN/Google/etc ID einloggen kann, so habe ich immer noch nicht mein Netzwerk beisammen.

    OpenSocial versucht das nachzurüsten, aber selbst mit Freundeskreis kann ich immer noch nicht Nachrichten auf die Plattformen zurückgeben.

    Facebook als Plattform ist hier im Vorteil, da sie alles in einem anbieten.

  3. Der AUX-Eingang » Archiv » Community Management 2010 sagt:

    [...] eine maximale Anzahl von Plattformen, die eine Person bereit ist zu nutzen. Darüber hinaus ist es teuer und inzwischen einfach ein unnötiges Risiko. Wenn man nicht gerade eine absolut exklusive Marke oder Produkt für einen so wie so begrenzten [...]

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