Digitales Papier ist nicht Print
7. Oktober 2009
Um alle abzuholen, es geht darum:
Und das Ziel des Ganzen hat nichts mit Print zu tun. Null. Nada. Zilch.
Erster Grund: Wenn ich mal so eine Zeitung habe, in der jede Seite ein “Bildschirm” ist, wozu brauche ich dann überhaupt mehrere Seiten? Welchen Vorteil hätten mehrere Seiten außer erhöhte Produktionskosten? Wieso kann ich nicht direkt hin- und hernavigieren, zum Beispiel mit einer Art Cover Flow?
Grund Zwei: Warum brauche ich bei so einem Medium monatlich neue “Bildschirme” (sprich: eine neue Ausgabe), wo ich doch theoretisch einfach die Inhalte der aktuellen Ausgabe auf meinen bereits vorhandenen “Bildschirm” laden kann?
Grund Drei: Neue Arten von Content. Neue Arten von Interaktion der “Autoren” mit dem Benutzer. Neue Arten von Interaktionen von Lesern untereinander.
Zusammenfassung: es läuft auf veränderte Haptik, veränderte Handhabung, veränderte Geschäftsmodelle und veränderten Content heraus. Was genau ist dann daran noch “Print”?
Wenn das die Zukunft von Print ist, dann ist der Kindle die Zukunft des Buchdrucks. Vielleicht ist beides die Zukunft, wie wir bestimmte Arten von Informationen aufnehmen, aber mit Print hat das nichts zu tun. Bei einem Auto denke ich auch nicht “Das ist die Zukunft des Fahrrads”.

25. Oktober 2009 um 09:55
In der Auflistung wünschenswerter Funktionen fehlt aber noch einiges:
- ein Email Client
- ein Webclient
- eine 3D fähige Grafikdarstellung
- bearbeitung von 3D Objekten
- Spiele
- Scanner und Webcam
- Spracheingabe
- eine Tastatur
- eine schnelle Netzwerkschnittstelle
- Telefoniefunktion
- eine Druckerschnittstelle
- ein eingebautes DVD-Laufwerk
hört sich wie ein PC an? Ja, und das ist kein Zufall. Denn wer mit einem Ebook mehr machen will als Bücher lesen der braucht einen PC. Ob der nun ein E-Ink Display hat oder ein LCD tut nichts zur Sache, es bleibt ein PC.
27. Oktober 2009 um 20:04
Hm. Ok, gehen wir einmal davon aus diese Zeitung kann, was das Video vorgibt. Um dies zu können benötigt sie bereits einen internen Speicher (für den Inhalt) und eine Steuerlogik (damit er richtig abgespielt wird). Wir sind also schon relativ nahe dran.
Ich empfinde es als logischen Schritt, dass eine gewisse Interaktion mit so einer Zeitung stattfinden wird. Ich sehe so eine Zeitung und denke sofort “Share this Article”, “Send this Article to a friend”. Nicht, weil ich einen Computer will, sondern weil es inzwischen meine Art ist, mit Artikeln umzugehen.
Ich will gar nichts tun, was außerhalb des Kontexts “Artikel” oder “Inhalt” ist. Wozu sollte ich auf einer Zeitung meine E-Mails checken, das Web surfen, etwas scannen, drucken oder DVDs lesen wollen? Ich will nur mit den Artikeln umgehen.
Oh, aber wenn wir so weit sind, dann werden Spiele sehr wahrscheinlich kommen. Sehr schnell sogar.
9. Dezember 2009 um 18:16
[...] davon rede ich doch. Danke, Sports [...]