Abos auf dem iPad
6. August 2010
Aktuell ist vielfach zu hören, dass Verleger Probleme damit hätten, ihr Abo-Modell auf das iPad zu bringen. Ich persönlich bin hier nicht sicher, ob die Verleger von ihren Digitalagenturen einfach nur falsch beraten wurden, oder ob sie selbst völlig falsche Vorstellungen von Apple und seinem Ökosystem haben.
Das Apple Ökosystem
iTunes steht im Zentrum von Apples mobilem Ökosystem. Apple hat immer klar gemacht, dass ihre mobilen Geräten (aktuell iPhone, iPods und iPad) nur optimal in Verbindung mit iTunes funktionieren. iTunes ist nötig, um das Gerät zu aktivieren und um Daten bzw. Inhalte auf das Gerät zu übertragen.
Der iTunes Store (bzw. App Store) ist die integrierte Lösung von Apple Inhalte für deren mobile Geräte zu erwerben. iTunes, sowie alle Geräte selbst, greifen dazu auf den iTunes Store zu. Apple ermöglicht Anbietern von Inhalten ihre Produkte im Store anzubieten – sofern diese den Bestimmungen von Apple entsprechen. Apple übernimmt dabei die Bereitstellung, Verbreitung und Abrechnung, fordert dafür allerdings 30% der Umsätze als Revenue Share.
Apple ist sehr daran interessiert, diesen Vertriebsweg auf ihre Geräte zu kontrollieren. Wenn es nach Apple geht ist der iTunes Store die einzige Möglichkeit (kommerzielle) Inhalte auf ihre Geräte zu bringen. Wie rigoros sie diese Absicht verteidigen zeigt der Ausschluss von Flash. Es geht nicht nur um Performance oder Batterielaufzeit – es geht auch um die Möglichkeit Anwendungen am iTunes Store vorbei auf den Geräten zu nutzen.
Ebenso ist Apple daran interessiert, dass jeder Bezahlprozess, auch die innerhalb einer nativen Anwendung, über den iTunes Store abgerechnet wird. Abgesehen von den 30% Revenue Share behält Apple dadurch die Kontrolle über den Verkaufskanal.
Kurze Pause, Retrospektive
4. August 2010
Zwei Wochen Urlaub in der Türkei liegen hinter mir. Wie geplant habe ich hauptsächlich geschlafen, gegessen, gelesen, gespielt und bin geschwommen. Und natürlich habe ich auch einige Dinge gelernt:
- Ich kann tatsächlich 2 Wochen in Urlaub fahren, ohne mit einem Sack voll weiteren Sideprojects zurückzukommen. Und noch erstaunlicher: ich habe während der Zeit kaum an den vorhandenen gearbeitet.
- In größeren türkischen Supermärkten gibt es für jede Bank ein eigenes Kartenlesegerät. Dazu kommen noch Lesegeräte für Bonusprogramme. Das wird alles auf einem kleinen Beistelltisch neben den Kassen gestapelt.
- Ich kann nicht alle Cross-Selling-Maßnahmen verstehen, die hier abgehen. Fanta im Bundle mit Spaghetti?
- Exklusive Angebote auf das Mobiltelefon sind der Hit in der Türkei. Dafür lassen Kunden gerne ihre Nummer bei ihren Lieblings-Geschäften. Türkische Mobilfunkanbieter verkaufen ebenfalls Profile ihrer Kunden an Werbeanbieter und versenden für diese Massen-SMS mit personalisierter Werbung.
- Subjektiv beobachtet führt Nokia den türkischen Markt von Mobiltelefonen an. Viele Telefone sind auch asiatische Noname-Produkte. In den zwei Wochen habe ich nur ein einziges iPhone gesehen, was aber wohl eher an der etwas ländlichen Gegend lag.
- iPad und iPhone sind trotzdem in allen Medien. Wie in Deutschland auch überschlagen sich die Zeitungen eigene iPad-Versionen ihrer Produkte anzubieten und in jeder Ausgabe gibt es eine Anzeige für eine Marken-App.
- Das iPad hat sich als exzellenter Urlaubsbegleiter herausgestellt. Bücher lassen sich mit iBooks sehr gut lesen (aber nicht aus der App heraus bewerten oder kommentieren?). PDFs lassen sich in iBooks ebenfalls gut lesen. Größere PDFs (30MB aufwärts, in meinem Fall die Ausgaben des Escapist) blättern sich gelegentlich aber nur sehr behäbig. Darüber hinaus habe ich viel Monkey Island 2 (Special Edition), Modern Conflict und Radio Flare Redux gespielt. Dazu kommt natürlich noch die iPod-Funktion. Meinen kleinen Laptop habe ich nur selten eingeschaltet.
- Auch in der Türkei gibt es Fans von Need For Speed Underground. Nur dass ein NFSU-Aufkleber in voller Größe auf der Heckscheibe einer alten Karre türkischen Modells etwas albern aussieht. Selbst wenn unter 15 Jahren Staub ein Turbo-Abzeichen hervorlugt.
- Es ist echt anstrengend bei 40 Grad im Schatten ein Flachdach neu abzudichten.
Das war’s im Groben. Es tut gut wieder hier zu sein.
