Zwei Wochen Urlaub in der Türkei liegen hinter mir. Wie geplant habe ich hauptsächlich geschlafen, gegessen, gelesen, gespielt und bin geschwommen. Und natürlich habe ich auch einige Dinge gelernt:

  • Ich kann tatsächlich 2 Wochen in Urlaub fahren, ohne mit einem Sack voll weiteren Sideprojects zurückzukommen. Und noch erstaunlicher: ich habe während der Zeit kaum an den vorhandenen gearbeitet.
  • In größeren türkischen Supermärkten gibt es für jede Bank ein eigenes Kartenlesegerät. Dazu kommen noch Lesegeräte für Bonusprogramme. Das wird alles auf einem kleinen Beistelltisch neben den Kassen gestapelt.
  • Ich kann nicht alle Cross-Selling-Maßnahmen verstehen, die hier abgehen. Fanta im Bundle mit Spaghetti?
  • Exklusive Angebote auf das Mobiltelefon sind der Hit in der Türkei. Dafür lassen Kunden gerne ihre Nummer bei ihren Lieblings-Geschäften. Türkische Mobilfunkanbieter verkaufen ebenfalls Profile ihrer Kunden an Werbeanbieter und versenden für diese Massen-SMS mit personalisierter Werbung.
  • Subjektiv beobachtet führt Nokia den türkischen Markt von Mobiltelefonen an. Viele Telefone sind auch asiatische Noname-Produkte. In den zwei Wochen habe ich nur ein einziges iPhone gesehen, was aber wohl eher an der etwas ländlichen Gegend lag.
  • iPad und iPhone sind trotzdem in allen Medien. Wie in Deutschland auch überschlagen sich die Zeitungen eigene iPad-Versionen ihrer Produkte anzubieten und in jeder Ausgabe gibt es eine Anzeige für eine Marken-App.
  • Das iPad hat sich als exzellenter Urlaubsbegleiter herausgestellt. Bücher lassen sich mit iBooks sehr gut lesen (aber nicht aus der App heraus bewerten oder kommentieren?). PDFs lassen sich in iBooks ebenfalls gut lesen. Größere PDFs (30MB aufwärts, in meinem Fall die Ausgaben des Escapist) blättern sich gelegentlich aber nur sehr behäbig. Darüber hinaus habe ich viel Monkey Island 2 (Special Edition), Modern Conflict und Radio Flare Redux gespielt. Dazu kommt natürlich noch die iPod-Funktion. Meinen kleinen Laptop habe ich nur selten eingeschaltet.
  • Auch in der Türkei gibt es Fans von Need For Speed Underground. Nur dass ein NFSU-Aufkleber in voller Größe auf der Heckscheibe einer alten Karre türkischen Modells etwas albern aussieht. Selbst wenn unter 15 Jahren Staub ein Turbo-Abzeichen hervorlugt.
  • Es ist echt anstrengend bei 40 Grad im Schatten ein Flachdach neu abzudichten.

Das war’s im Groben. Es tut gut wieder hier zu sein.

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Kurze Pause

18. Juli 2010

Nach anstrengenden und ziemlich warmen Tagen fliege ich nunmehr 2 Wochen in den Urlaub, um mich an einem noch wärmeren Ort zu entspannen und zu erholen. Nebenbei habe ich natürlich auch meine Sideprojects im Gepäck, so dass mir gewiss nicht zu langweilig wird.

Ansonsten werde ich keinen Zugang zum Internet haben – ich werde mich bemühen alle in der Zwischenzeit gesendeten Mails und Kommentare schnellstmöglich nach meiner Rückkehr im August zu beantworten.

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Ich hatte gerade einen Flashback: Das Interview von Appstory mit Stefan Weitz, dem “Director of Bing” (ein großartiger Titel btw.), erinnert mich gerade stark an meine Diplomarbeit.

Der Titel meiner Diplomarbeit war: “Erörterung von Ansätzen für kontextbasierte, speziell ortsbasierte, Erweiterungen von Informationssystemen, veranschaulicht durch einen Prototypen“. Und nein, der Titel war nicht von mir, nur das Thema.

Damals arbeitete ich beim Zentrum für grafische Datenverarbeitung in Darmstadt (das inzwischen in das IGD aufgegangen ist) an kontextsensitiven Informationssystemen und 2004 nahm ich einfach den ganzen F&E-Kram und strickte daraus eine Diplomarbeit.

Im Grunde ging es um genau das, worüber Stefan Weitz spricht: automatisiertes Erweitern von Suchanfragen an Informationssysteme durch den Kontext, in dem sich der Benutzer gerade befindet. Interessant dabei ist mein damaliges Fazit:

Meiner Meinung nach werden diese Ansätze in Zukunft, vor allem bei geschlossenen Informationssystemen, eine große Rolle spielen. Die Einarbeitungszeit wird aufgrund der erwähnten Erweiterungen sinken, so dass die Benutzer schneller den Umgang mit den Informationssystemen erlernen können.

Bei offenen, allgemein zugänglichen Informationssystemen hingegen denke ich nicht, dass sich kontextbasierte Erweiterungen durchsetzen können. Die Probleme mit Datenschutz, der große Aufwand der Grundinitialisierung und das Problem der benötigten spezialisierten Geräte – all dies entspricht nicht dem Bild eines einfach zu benutzenden, unproblematischen Informationssystems.

Und nun, sechs Jahre später, sind zwei dieser damals angesprochenen Probleme gelöst. Die “Grundinitialisierung” seines personalisierten Informationssystems hat im Grunde jeder mit dem Erstellen seines Google- oder MSN-Accounts hinter sich und die “spezialisierten Geräte” haben wir alle in Form unserer Mobiltelefone immer bei uns.

Bleibt noch der Datenschutz. Haben wir hier eine Lösung oder ist es uns inzwischen einfach egal? Und wie werden wir das alles in weiteren sechs Jahren betrachten?

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