Auf dem Communitycamp Anfang des Monats waren gefühlte 50% der Besucher Social Media Berater. Das machte mich stutzig und warf bei mir die Frage auf: “Warum sind die auf einem Communitycamp?” und als Anschlussfrage: “Was haben Communitymanager und Social Media Berater gemeinsam?” sowie als logische Konsequenz: “Was können die beiden von einander lernen?”.

Zum Glück arbeite ich in einer Agentur, die an sich und mit ihrem Netzwerk ziemlich weit vorne im Bereich Social Media ist (bzw. Social Influence Marketing, wie es bei Razorfish heißt). Was lag also näher, als einfach ein paar Tische weiter zu gehen und Licht ins Dunkel zu bringen? Nach ein paar spannenden Runden ergaben sich auf den ersten Blick viele Gemeinsamkeiten zwischen Social Media und Communitymanagent. Mehr noch: anscheinend war ich der einzige, der überhaupt die Frage stellte. Communitymanagement wurde als wichtiges Element einer langfristig erfolgreichen Social Media Kampagne gesehen. Wieso wusste ich bisher nichts davon?

Schön, das der nächste Communitystammtisch gerade anstand – ein gutes Forum, um in die Runde zu fragen ob nur ich das Memo verpasst hatte. Um so erfreulicher, dass Gerald Hensel Lust hatte mich zu begleiten, einer der Social Influence Strategen von Neue Digitale / Razorfish (ja, ich weiß, unsere Jobbeschreibungen kommen aus Amerika, ok?).

Die Stammtischrunde war dieses mal toll besetzt und die Diskussion ging breit, tief, kreuz und quer und hat mir zumindest sehr viel gebracht, um die beiden Welten Social Media und Communitymanagement in Einklang zu bringen.

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Nach meinem vorlauten Blog-Post fragte mich Daniel, ob ich nicht Lust hätte das Thema in den Communitystammtisch zu tragen. Also habe ich kurzerhand zwar keine Präsentation, aber eine kleine Diskussionsgrundlage zusammengestellt:

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Der Vortrag wurde auf dem Communitystammtisch in Frankfurt vor 2 Wochen vorgestellt. Da der Stammtisch diesmal im Maincafé am Mainufer stattfand passte die improvisierte Form auch prima zum Rahmen. Abgesehen davon, dass für mehr diesmal so wie so keine Zeit war.

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Das Problem, um das es geht ist das Selbe, wie in dem Blog-Post: Nehmen wir als Beispiel einmal einen Nutzer, der schon bei den üblichen Plattformen angemeldet ist. Dieser soll sich bei der neu aufsteigenden Plattform XY anmelden.

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Zunächst einmal muss er – wieder einmal – eine neue Nutzername / Passwort-Kombination erstellen und sich merken.

Zu seinem Profil gehört natürlich auch eine Email, die er im Falle einer neuen Plattform einer unbekannten Partei überlässt. Entweder er legt sich für die Plattform eine neue an (soll es geben) oder er nimmt eine Bestehende (kommt wohl öfters vor).

Und schließlich muss er seine Kontakte erneut zusammen zu suchen oder zu motivieren ebenfalls an der Plattform teilzunehmen.

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Aber auch der Betreiber macht es sich schwer. Dadurch dass er eine eigene Plattform hat, muss er sich gegen die Konkurrenz durchsetzen und seine eigene Plattform bekannt machen.

Er muss sich darüber hinaus selbst um die Sicherheit seiner Plattform kümmern – einerseits um die technische Sicherheit, aber auch um die rechtliche Sicherheit von personenbezogenen Daten und Inhalten.

Und sich technisch, rechtlich und marketingtechnisch im Netz durchzusetzen kostet heutzutage einiges an Geld.

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Die Alternative: Die Community XY nutzt eine Drittplattform zur Authentifizierung. In diesem Fall wäre das Facebook Connect.

XY kann mit den Mitteln entwickelt werden, die Facebook bereits anbietet: Gruppen, Fan-Pages etc. In diesem Fall übernimmt Facebook das Hosting und der Betreiber von XY die Gestaltung, Ansprache, Community Management und Kommunikation. Falls nötig kann aber auch eine eigene Facebook-Anwendung entweder innerhalb von Facebook oder komplett losgelöst davon entwickelt werden.  Diese ist dann unabhängig von Funktionalitätsbeschränkungen – der Betreiber von XY kann entwickeln, was er will. Er muss zwar selbst das Hosting übernehmen, die Authentifizierung ist jedoch Sache von Facebook.

Das bedeutet weniger Zugangshürden für die Mitglieder von Facebook, weniger Probleme mit Sicherheit, einen Vertrauensgewinn der Plattform gegenüber und dazu: kostengünstigere Entwicklung.

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Natürlich war Facebook nur ein Beispiel. OpenID als Authentifizierungsdienst eignet sich ebenso. Da inzwischen Google, Yahoo, MSN und dergleichen OpenID Server anbieten, hat wahrscheinlich ein Großteil der Internetnutzer eine OpenID – auch wenn sie nichts davon wissen. Dies bezieht sich jedoch nur auf die Möglichkeit sich bei einem Dienst anzumelden, nicht auf etwaige Verbindungen mit anderen Benutzern.

OpenSocial von Google schließt die Lücke und bietet Zugriff auf soziale Verbindungen und Interaktion.

Schließlich wäre da noch OAuth, das sich um Autorisierung kümmert, wie und was verschiedene Plattformen untereinander kommunizieren.

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Diskussionspunkt in der anschließenden Runde waren hauptsächlich Brand Communities. Ich denke es gibt inzwischen genug Beispiele von Marken, die sich erfolgreich in bestehende Community-Plattformen integrieren, ohne ihre Identität zu verlieren. Entgegen den offensichtlichen Gründen, wieso man teilnehmen sollte, steht hauptsächlich die Angst seine Marke nicht mehr unter Kontrolle zu haben. Natürlich muss eine Marke wissen was sie tut, wenn Sie sich in soziale Netzwerke begibt. Marken müssen sich daran gewöhnen nicht mehr nur nur senden, sondern Dialoge zu führen. Aber meine Güte, das ist doch kein Weltuntergang. Und auch dafür gibt es Spezialisten.

Den Vorteil von Schnittstellen zu sozialen Netzwerken haben auch bereits bestehende Community-Plattformen erkannt. SFGate und die Huffington Post haben sich demletzt geöffnet und jetzt positiv geäußert. Nicht nur im Bereich von Nachrichten ist es sinnvoll möglichst viele Leute zu erreichen – eigentlich will das jede Marke. Auch “ins Gespräch kommen” will jede Marke. Das Potential dazu bieten soziale Netzwerke. Und noch einmal: das hat nichts mit Markenverlust zu tun, sondern bedeutet nur, dass man seine Marke direkter ins Gespräch integriert bzw. näher an seiner Zielgruppe positioniert.

Neue Herausforderung? Na klar. Aber auf lange Sicht lohnt sich das.

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Ich will mich auf keiner neuen Plattform mehr anmelden. Google, Facebook, Twitter, Xing, Amazon, Flickr (Yahoo), Last.fm, Tumblr, Posterous, Delicious, Slideshare, Goodreads, MSN, Skype und so weiter – Es reicht langsam. Wenn ich also eine neue Community sehe, achte ich zunächst auf 2 Icons: Facebook Connect und / oder OpenID. Nichts davon vorhanden? Die Community ist gerade für mich gestorben. Oh, sicher, ich werde sie mir aus beruflichem Interesse mit einer Wegwerf-Adresse anschauen, aber bleiben werde ich nicht.

Es ist ja leider nicht nur eine weitere Kombination aus Name / Email und Passwort, sondern auf jeder neuen Plattform darf ich erneut mein Netzwerk zusammensuchen, motivieren, finden und angeben. Meine Passwörter auf allen Plattformen zu ändern kostet mich inzwischen knapp 3 Stunden. Und nein, ich vertraue keinen Aggregator-Diensten, die meine Passwörter für mich verwalten.

Inzwischen sind die großen Plattformen auch so einfach zu implementieren, dass dies aus technischer Sicht auch für Hobby-Projekte keine Hürde mehr darstellt. Die APIs sind etabliert und es gibt sowohl für OpenID wie auch Facebook Connect unzählige Beispiele in den unterschiedlichsten Technologien, wie man diese auf seiner eigenen Plattform integriert. Bestehende Login-Mechanismen umbiegen kostet sogar noch weniger Zeit.

Jeder der heutzutage eine Community neu starten will sollte sich also die Frage stellen: “Benötige ich eine Community-Plattform oder reicht eine Community?“. Will sagen: “Rechtfertigt die Plattform wirklich, dass Benutzer neue Profile anlegen müssen?“.

Pro Tipp: keep it simple.

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