Ich will mich auf keiner neuen Plattform mehr anmelden. Google, Facebook, Twitter, Xing, Amazon, Flickr (Yahoo), Last.fm, Tumblr, Posterous, Delicious, Slideshare, Goodreads, MSN, Skype und so weiter – Es reicht langsam. Wenn ich also eine neue Community sehe, achte ich zunächst auf 2 Icons: Facebook Connect und / oder OpenID. Nichts davon vorhanden? Die Community ist gerade für mich gestorben. Oh, sicher, ich werde sie mir aus beruflichem Interesse mit einer Wegwerf-Adresse anschauen, aber bleiben werde ich nicht.

Es ist ja leider nicht nur eine weitere Kombination aus Name / Email und Passwort, sondern auf jeder neuen Plattform darf ich erneut mein Netzwerk zusammensuchen, motivieren, finden und angeben. Meine Passwörter auf allen Plattformen zu ändern kostet mich inzwischen knapp 3 Stunden. Und nein, ich vertraue keinen Aggregator-Diensten, die meine Passwörter für mich verwalten.

Inzwischen sind die großen Plattformen auch so einfach zu implementieren, dass dies aus technischer Sicht auch für Hobby-Projekte keine Hürde mehr darstellt. Die APIs sind etabliert und es gibt sowohl für OpenID wie auch Facebook Connect unzählige Beispiele in den unterschiedlichsten Technologien, wie man diese auf seiner eigenen Plattform integriert. Bestehende Login-Mechanismen umbiegen kostet sogar noch weniger Zeit.

Jeder der heutzutage eine Community neu starten will sollte sich also die Frage stellen: “Benötige ich eine Community-Plattform oder reicht eine Community?“. Will sagen: “Rechtfertigt die Plattform wirklich, dass Benutzer neue Profile anlegen müssen?“.

Pro Tipp: keep it simple.

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Wie einige von euch wissen bin ich sowohl in der Welt der Spiele, wie auch in der Welt des Community Management zu Hause. Manchmal gibt es diese merkwürdigen Momente, wo sich beide Welten überlappen und fast nahtlos übereinander legen. Aktueller Anlass war ein Chat mit PaulinePauline aka Silke Berz per Twitter:

PaulinePauline: gibts eigentlich noch sinnvolle belohnungs- / motivationssysteme in form von punkten, die nutzer für aktivitäten sammeln? oder sind die tot?
Dirk: In so ziemlich jedem Spiel? #punktesysteme #levels #motivation
PaulinePauline: nee, ich meine websites :) #punktesysteme
Dirk: Punktesysteme funktionieren in Spielen, im RL und auch im Web weiterhin so wie immer: dank unseres Sammeltriebs bestens
PaulinePauline: ja, ich kenns halt aus foren, wo sie endlose smilie-postings verursachen, oder die leute zum wild rumklicken animieren …
Dirk: Aktueller Case, den du auch kennst: Poken. IMHO reichen so PS von “Dein Profil ist 80% komplett” bis zu “50 Auktionen, yay!”
PaulinePauline: ich suche mehr nach qualitativen systemen als nach quantitativen. poken ist in meinen augen kein gutes beispiel denn da pokt man ständig nur die leute, die man eh nur kennt, um punkte zu sammeln.

Ok, Einspruch. Zunächst mal finde ich, dass Poken ein gutes Beispiel ist. Darüber hinaus behaupte ich, dass es für die Benutzer keinen Unterschied zwischen “quantitativ” und “qualitativ” gibt. Hier argumentiere ich auf der Grundlage von Spielen, wo eigentlich andauernd mit fortschrittsbasierten Motivationssystemen gearbeitet wird. Qualitative Ziele des Betreibers hingegen lassen sich durch das eigentliche Design der Motivationssysteme steuern.

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Der Post wäre fast bei mir in den Entwürfen versackt. Man könnte sagen eine Entwurfsleicht. Was uns zum Thema bringt:

“Was passiert, wenn Mitglieder einer Community sterben?” Und diese Frage ist weniger morbid, als vielmehr menschlich. Ende Februar sprang der Artikel: “RIP 2.0: Facebook profiles as memorials” von Bonnie Ruberg aus meinem Feedreader. Ein interessanter Artikel, über Profile auf Facebook, die als Orte der Trauer und des Zusammenkommens genutzt werden.

Ibrahim Evsan schrieb einige Tage darauf einen Artikel über ein ähnliches Thema und stellte darin den Dienst eMORIAL vor – ein Erinnerungsportal, das den eingetragenen Menschen gedenkt. Eine Art flackernde Kerze im Netz.

Ein eher praktischer Dienst wurde kurz darauf in einem Artikel auf msnbc vorgestellt: Deathswitch, der Emails versendet, wenn man sich nicht in bestimmten Abständen auf der Seite meldet.

Aber mal aus einer Communitysicht: was ist, wenn Mitglieder der Community sterben? Was ist, wenn Leute plötzlich verschwinden, mit denen man unter Umständen jahrelang geredet oder gespielt hat, mit denen man seinem Hobby nachgehen oder sich mit ihnen austauschen konnte? Hierzu ein Artikel auf WoWInsider.

Und natürlich eine Frage, die sich auch Community Manager stellen sollten, ob so ein Fall nicht alltäglicher ist, als man denkt. Sollten wir so etwas einplanen? Könnten wir Policies dazu haben? Tamis Gedanken und Fragen, die sie stellt sind gar nicht so verkehrt.

Interessantes Thema, mit dem wir umgehen lernen müssen. Wahrscheinlich eher früher, als später.

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