Digitales Papier in Farbe
11. November 2010
E INK hat mit Triton Imaging Film erstmals kommerziell verfügbares digitales Papier in Farbe vorgestellt.
E Ink Triton Imaging Film from E Ink Corporation on Vimeo.
Klingt cool, sieht cool aus und die ersten Produktankündigungen sind vielversprechend.
Aber gerade im Winter frage ich mich: will ich heutzutage wirklich ein Lesegerät ohne Hintergrundbeleuchtung? Ich habe mich gerade daran gewöhnt, dass ich mit meinem iPad beim lesen eben nicht mehr auf Umgebungslicht angewiesen zu sein. Entsprechend genervt war ich letztens, als ich mit einem “echten” Buch im Dunkeln auf dem Nachhauseweg von Straßenlaterne zu Straßenlaterne hüpfen musste.
Wie wäre es aber mit anderen Anwendungsfällen als mobile Reader? Ich denke da geht noch einiges.
Khoi Vinhs iPad Magazine Stand
3. November 2010
Khoi Vinh, der ehemalige Design Director der NY Times, hat in einem Blog Post seine Meinung zu der aktuellen Situation von Printmagazinen auf dem iPad kund getan. Und er war nicht gerade nett.
My opinion about iPad-based magazines is that they run counter to how people use tablets today and, unless something changes, will remain at odds with the way people will use tablets as the medium matures. They’re bloated, user-unfriendly and map to a tired pattern of mass media brands trying vainly to establish beachheads on new platforms without really understanding the platforms at all.
Take the recent release of the iPad app version of The New Yorker. Please. I downloaded an issue a few weeks ago and greatly enjoyed every single word of every article that I read (whatever the product experience, the journalism remains a notch above). But I hated everything else about it: it took way too long to download, cost me US$4.99 over and above the annual subscription fee that I already payfor the print edition and, as a content experience, was an impediment to my normal content consumption habits. I couldn’t email, blog, tweet or quote from the app, to say nothing of linking away to other sources — for magazine apps like these, the world outside is just a rumor to be denied. And when I plugged my iPad back into my Mac, the enormous digital heft of these magazines brought the synching process to a crawl.
Da steckt noch viel, viel mehr interessantes in dem Artikel, also lest ihn einfach selbst. Ich würde gerne jeden Abschnitt in 50pt ausdrucken und hier im Büro an die Wand heften. Vielleicht mache ich das auch noch, mal sehen.
Wenn Verlage Facebook entdecken
26. Oktober 2010
Heute Morgen bin ich aus dem Zug in Frankfurt gestiegen und habe eine Plakatwerbung für das Buch “Die Wahrheit über Alice” von Rebecca James gesehen. So weit nichts Besonderes. Was mich allerdings zum Anhalten brachte war der unten links auf dem Plakat gezeigte Hinweis.

Schickes Facebook-Logo. Wer soll denn diese Alice sein? Ok, offenbar die Hauptperson des Romans, aber wieso sollte ich mit ihr befreundet sein? Und wieso ist eine imaginäre Romanfigur denn bitte auf Facebook, ich dachte dort sind laut Richtlinien (Abschnitt 4) nur persönliche, nicht kommerzielle Profile erlaubt. Mit einer Facebook-Seite kann ich schließlich nicht befreundet sein, sie kann mir höchstens gefallen.
Na gut, ich schlucke mal den Köder. Suchen wir einfach mal nach dieser Alice und geben oben in der Suchbox von Facebook “Alice” ein. Ergebnis:
Right, das ist wohl kaum damit gemeint. Aber da gab es doch noch eine Domain, vielleicht finde ich dort die richtige Alice. Auf “die-wahrheit-ueber-alice.de” erwartet mich jedoch folgendes:
Right again. Aber ok, auf dem Plakat war ja auch das “www” noch vor der Domain mit angegeben – wohl damit man die URL nicht einfach so in seine Adresszeile eintippen kann. Schließlich finde ich unter “www.die-wahrheit-ueber-alice.de” endlich die scheinbar richtige Webseite. Aber ich weiß allerdings immer noch nicht, wer Alice ist oder wie ich mich mit ihr anfreunden kann.
Statt dessen erwartet mich ein Psychotest, ein Gewinnspiel, ein Trailer, ein Gästebuch und ein kurzes Interview mit der Autorin. Doch, Moment, ganz oben sehe ich ein Facebook Like-Button. Tatsächlich – mit einem Klick gefällt mir das Konsumgut (!) “Die Wahrheit über Alice” – also die Facebook-Seite zum Buch.
Schade, diese Alice klang richtig nett. Diesen kläglichen Versuch von integrierter Kampagne hat sie sicherlich nicht verdient.


