Contrex – Ma Contrexpérience
27. Oktober 2011
Sehr schick, Contrex. Nicht nur eine wirklich gute Umsetzung, sondern auch ein tolles Konzept. Ein schönes Beispiel, welche Wirkung Spiele und spielerisches Verhalten haben.
Außerdem: +10 für direktes Feedback der Fahrräder am Anfang.
Gamification: Hype und Zukunft
2. Juni 2011
Ein Thema beschäftigt Game Designer seit einiger Zeit besonders: Gamification. Manche halten es für die Zukunft: wir wir lernen, arbeiten und leben werden. Andere halten es für einen überzogenen Hype, der nicht funktionieren kann. Und es gibt natürlich einige, die sich irgendwo dazwischen bewegen.
Was ist Gamification?
Jeder weiß: Spiele machen Spaß! Das ist allerdings kein Zufall, sie werden immerhin entworfen, damit sie Spaß machen. Ein Spieledesigner (Game Designer) macht sich bei der Entwicklung eines Spiels Gedanken, wie das Spiel funktionieren soll, welche Regeln es gibt, wie alles zusammenpasst. Dabei verfolgt er nur ein Ziel: dem Spieler ein möglichst nahtloses und unterhaltsames Erlebnis zu bieten.
Zwei Merkmale von Spielen sind dabei besonders bemerkenswert:
Erstens: Spiele geben dem Spieler eine klare Rückmeldung über seinen Zustand im Spiel. Anders gesagt: sie verorten den Spieler in ihrem System und teilen ihm direkt mit, wann er etwas geschafft hat (“Level 3 erreicht!”) und wann er etwas verloren hat (“Die gegnerische Mannschaft hat ein Tor geschossen”). Sie blenden also während des Spiels die vielen, vielen Grautöne unseres Lebens aus und simplifizieren ihren eigenen Kontext sehr stark zu einem Weiß (“Fortschritt!”) oder Schwarz (“Rückschritt!”).
Zweitens: Im Kern ist jedes Spiel ein Lernsystem. Zunächst weiß man nichts über das Spiel. Nachdem man seine Regeln verstanden hat verbringt man seine Zeit damit die Regeln anzuwenden und seine Spielweise zu verbessern. Mit jedem Spielzug, jeder Runde, jedem Spiel verbessert man seine Fähigkeiten das Spiel zu spielen.
Zum Beispiel Super Mario Bros. – hier lernt der Spieler kontinuierlich neue Dinge: “Super, du kannst nach links und rechts laufen, jetzt springe doch mal auf diese Plattform. Super, jetzt springe auf diese sich bewegende Plattform. Super, jetzt springe auf diese sich bewegende Plattform, auf der ein Gegner hin- und herläuft”. Das alles natürlich nicht direkt nacheinander, sondern über das Spiel verteilt: sobald der Spieler eine (Art von) Herausforderung gemeistert hat, wird ihm die nächste präsentiert.
Der Grundgedanke von Gamification sagt nun: “Was wäre, wenn man die Mechaniken und Systeme von Spielen in anderen Bereichen anwenden würde, zum Beispiel in regulären Software-Anwendungen, Apps, auf Webseiten und -Plattformen oder offline im alltäglichen Leben?”
Jesse Schell: Visions of the Gamepocalypse
1. Juni 2011
Whoa, den Follow-up-Talk von Jesse Schell zu seinem DICE-Talk habe ich doch glatt verpasst zu posten. Wer den ursprünglichen Talk noch nicht kennt, sollte das nachholen. Hier der “Talk danach”:
Der Hintergrund ist: aktuell beschäftige ich mich recht viel mit Gamification. Genau genommen beschäftigt mich das schon eine Weile bevor es den Begriff richtig gab. Und ich glaube daran, dass langsam die Zeit für Gamification gekommen ist sich wirklich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Nicht mit übergestülpten Punktesystemen, sondern ordentlichen Konzepten von Game Designern, die wirklich funktionieren und Spaß machen. Und es wird Zeit für die Diskussion, ob das eigentlich eine gute Sache ist oder eher nicht.

