Tagcrumbs

23. April 2009

Vor knapp 3 Jahren hatte ich eine Idee: Eine Webseite, auf der man schnell und einfach Orte eintragen und somit „bookmarken“ kann. Andere können diese Orte bewerten, kommentieren und sich eigene Sammlungen von Orten erstellen können. Wer jetzt an Qype denkt, der greift zu hoch. Weniger Verzeichnis, weniger Komplexität, eher ein Delicious für Orte. Es sollte eine Art Bookmark von einem physikalischen Ort erstellt und dieser beschrieben werden, so dass man selbst und andere ihn wiederfinden und vorab einen Eindruck von ihm bekommen können.

Um so schöner, dass anscheinend endlich jemand tatsächlich eine solche Plattform gebaut hat: Tagcrumbs.

Von der Webseite:

  • Tagcrumbs ist ein Notizbuch für Plätze. Markiere einen Platz auf der Karte, gebe ihm einen Namen und füge Tags hinzu.
  • Die Liste Deiner Tagcrumbs gibt dir alle Informationen auf einen Blick.
  • Organisiere deine Tagcrumbs nach Land, Stadt und Stichwörtern. Finde Plätze leicht wieder.
  • Du hast einen tollen Platz gefunden? Tagge ihn um dir die Position zu merken, füge Informationen hinzu oder schreibe eine Geschichte über das was dort passiert ist.
  • Du planst eine Reise? Füge alle Plätze deiner Reise bei Tagcrumbs hinzu und visualisiere deine Reiseroute.
  • Entdecke Plätze, die deine Freunde entdecken. Und deine Freunde sehen deine Plätze. Entdecke die Welt Durch die Augen deiner Freunde.
  • Entdecke Plätze und Geschichten in fremden Ländern und Städten. Plane eine Reise. Entdecke die Welt. Finde heraus wo Leute waren, was sie getan haben und was sie denken.

Das klingt alles richtig gut.

Ebenfalls gut: es gibt eine Tagcrumbs API. Will sagen: da stört es mich weniger, dass es keine Umsetzungen für S60 und Co gibt – wenn es mich mal wirklich stören sollte, kann ich sie mir selbst bauen. Auch Mashups wären, zumindest potentiell, möglich. Da fallen mir spontan einige Dinge zu Brightkite + Tagcrumbs ein.

Schade nur, dass ich die Macher nicht auf der Lift getroffen habe bzw. erst hinterher von dessen Existenz erfahren habe. Egal, Daumen hoch, dass es nun so einen Dienst gibt.

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Der schon wieder

16. März 2009

Gary Vaynerchuck schon wieder. Aber verdammt, der Typ ist einfach inspirierend. Außerdem ist fast jeder Satz von ihm twitterbar :)

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Es begann mit einem Artikel im Blog von Scott Jennings aka Lum the Mad, wahrscheinlich beeinflusst von Raph Kosters Artikel in seinem Blog. Beide liesen sich über einige Unzulänglichkeiten von Wikipedia aus, angeregt durch den aktuellen Streit um den Wikipedia-Eintrag von Threshold.

Der Artikel war interessant, doch meine Aufmerksamkeit wurde von dem Kommentar eines gewissen Zuzax geweckt:

I think Wikipedia is now an MMOG, populated by rival editing guilds.

Und zusammen mit dem großartigen Vortrag von Dan Cook zum Thema “Macht Applikationen gefälligst wie Spiele” machte es klick und es war völlig klar: wenn Applikationen wie Spiele werden sollen, dann sind kollaborative Tools natürlich MMOGs. Das ist eigentlich nichts Neues, aber zu Ende gedacht stehen da bestimmt spannende Konzepte dahinter.

Der zitierte Kommentar in Lums Blog weist natürlich auf die Gefahr hin, dass rivalisierende Gruppen plötzlich versuchen Einfluss auf den Informationsgehalt der Plattform zu nehmen. Aber ist das nicht auch so der Fall? Die Nachrichten von Manipulationsversuchen, Editierkriegen und zweifelhafter Moderation/Administration bei der Wikipedia werden zumindest nicht weniger. Also wieso nicht wirklich eine kollaborative Plattform als massenkompatibles Spiel verpacken?

Warum man das tun sollte? Einerseits um den Einstieg in solche Plattformen zu erleichtern. Um Kommunikation und Zusammenarbeit der Mitglieder zu fördern. Um die Teilnehmer an die Plattform zu binden – sie auch emotional ein Stück weit zu einzubinden. Damit sie direktere Gratifikationen haben als das abstrakte: “Ich tue etwas Gutes”. Und weil alle mehr Spaß dabei hätten und die Plattform nicht Gefahr läuft sich selbst zu ernst zu nehmen.

Hm, ich glaube das Thema lohnt wirklich noch den einen oder anderen Gedanken. Und das alles nur, weil Game Designer plötzlich die Wikipedia betrachten - wenn auch in diesem Fall eher humorvoll.

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