Ein Thema beschäftigt Game Designer seit einiger Zeit besonders: Gamification. Manche halten es für die Zukunft: wir wir lernen, arbeiten und leben werden. Andere halten es für einen überzogenen Hype, der nicht funktionieren kann. Und es gibt natürlich einige, die sich irgendwo dazwischen bewegen.

Was ist Gamification?

Jeder weiß: Spiele machen Spaß! Das ist allerdings kein Zufall, sie werden immerhin entworfen, damit sie Spaß machen. Ein Spieledesigner (Game Designer) macht sich bei der Entwicklung eines Spiels Gedanken, wie das Spiel funktionieren soll, welche Regeln es gibt, wie alles zusammenpasst. Dabei verfolgt er nur ein Ziel: dem Spieler ein möglichst nahtloses und unterhaltsames Erlebnis zu bieten.

Zwei Merkmale von Spielen sind dabei besonders bemerkenswert:

Erstens: Spiele geben dem Spieler eine klare Rückmeldung über seinen Zustand im Spiel. Anders gesagt: sie verorten den Spieler in ihrem System und teilen ihm direkt mit, wann er etwas geschafft hat (“Level 3 erreicht!”) und wann er etwas verloren hat (“Die gegnerische Mannschaft hat ein Tor geschossen”). Sie blenden also während des Spiels die vielen, vielen Grautöne unseres Lebens aus und simplifizieren ihren eigenen Kontext sehr stark zu einem Weiß (“Fortschritt!”) oder Schwarz (“Rückschritt!”).

Zweitens: Im Kern ist jedes Spiel ein Lernsystem. Zunächst weiß man nichts über das Spiel. Nachdem man seine Regeln verstanden hat verbringt man seine Zeit damit die Regeln anzuwenden und seine Spielweise zu verbessern. Mit jedem Spielzug, jeder Runde, jedem Spiel verbessert man seine Fähigkeiten das Spiel zu spielen.

Zum Beispiel Super Mario Bros. – hier lernt der Spieler kontinuierlich neue Dinge: “Super, du kannst nach links und rechts laufen, jetzt springe doch mal auf diese Plattform. Super, jetzt springe auf diese sich bewegende Plattform. Super, jetzt springe auf diese sich bewegende Plattform, auf der ein Gegner hin- und herläuft”. Das alles natürlich nicht direkt nacheinander, sondern über das Spiel verteilt: sobald der Spieler eine (Art von) Herausforderung gemeistert hat, wird ihm die nächste präsentiert.

Der Grundgedanke von Gamification sagt nun: “Was wäre, wenn man die Mechaniken und Systeme von Spielen in anderen Bereichen anwenden würde, zum Beispiel in regulären Software-Anwendungen, Apps, auf Webseiten und -Plattformen oder offline im alltäglichen Leben?”

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Wie Robert Scoble so treffend bemerkte: wir haben im Moment spezialisierte Plattformen, um uns an Orte zu führen und spezialisierte Plattformen, um anzuzeigen dass wir wirklich dort sind. Was wir aber dort machen und wie wir uns dort fühlen geht meistens im Rauschen unter und ist noch nicht strukturiert erfassbar. Ich schließe mich da Robert an: Die Möglichkeit unsere Tätigkeiten, Emotionen und Eindrücke an Orten strukturiert zu erfassen und weiterzugeben wird eins der Nächsten Großen Dinge.

Den eigenen Kontext mit Erfahrungen zu verknüpfen ist potentiell eine ziemlich große Sache. Im Kleinen tun wir das auch schon: wenn wir zum Beispiel Sterne als Bewertung für etwas vergeben. Aber die Aussagekraft einer solchen Bewertung lässt sehr zu wünschen übrig. Man vergibt zum Beispiel für ein Restaurant 3 von 5 Sternen. Wie gut ist das wirklich? Was hat das Restaurant getan, damit es nicht die volle Punktzahl bekommt? Lag es am Essen? An den Getränken? An der Bedienung? An der eigenen Begleitung? Am Wetter? An der Grundstimmung? Ein Erlebnis ist eben immer eine komplexe Sache und lässt sich meistens nicht so einfach durch eine Zahl abbilden.

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Nokia Push Snowboarding

10. Januar 2011

Ihr erinnert euch noch an den Post über Epic Mix? Zitat:

Und als Technischer Projektmanager, ob man nicht Skier und Boards mit Sensoren pimpen kann, um Geschwindigkeit, Abfahrt und Tricks noch genauer tracken zu können.

Da war ich wohl nicht der einzige. Nice one, Nokia.

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